Ăśbersicht Kapitel 2: Die Heimat der Roma ist ihre Sprache

Kapitel 1Romane Thana
Orte der Roma und Sinti

Die Ausstellung gibt Einblicke in die heutige Lebenssituation von Roma und Sinti in Ă–sterreich und deren Geschichte.


Gilda Horvath und Manuela Horvath Gespräch zur Ausstellung »Romane Thana. Orte der Roma und Sinti«, 2014 Idee und Konzeption: Cornelia Kogoj, Kamera: Patrick Spanbauer, On Screen Schnitt: Monica Parii,
On Screen Format: 16:9, XDCAM HD

Roma bilden mit zehn bis zwölf Millionen die größte transnationale Minderheit Europas. Ihre Zahl wird in Österreich nicht erhoben, Schätzungen reichen von 25.000 bis zu über 40.000 Personen. Einerseits sind es Lovara, Sinti und Burgenland-Roma, deren Ansiedlung weit zurückreicht, überwiegend aber sind es ArbeitsmigrantInnen seit den 1960er-Jahren. Nicht alle definieren sich als Roma, die meisten leben in Wien.

Historisch wechseln Phasen der Zwangsassimilierung mit solchen der Ausgrenzung ab. Bis zu 90 Prozent der österreichischen Roma wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen Überlebenden standen nach 1945 vor dem Nichts und wurden weiterhin systematisch benachteiligt.

Darstellungen von Roma stammten über Jahrhunderte hauptsächlich von Nicht-Roma. Es existieren kaum historische Selbstzeugnisse. Auf diese Weise wurden Stereotype zwischen romantisierender Faszination und Verachtung festgeschrieben. Die Feindbilder dienten letztlich der Legitimation von rassistischer Verfolgung und tun das weiterhin. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dokumentarische und künstlerische Beiträge aus der Roma-Community. Die Vielstimmigkeit ihrer Geschichten bieten neue Sichtweisen und Gegenperspektiven. Klischeehafte Vorstellungen durchbrechen – ein Hauptziel dieses Projekts.

Inhaltlicher Schwerpunkt / Vermittlungsansatz

Der Film zeigt Gilda und Manuela Horvath, zwei Mit-Kuratorinnen der Ausstellung bei einem Gespräch über die Ausstellung, deren Themen und ihre eigenen Einstellungen zum Thema. Trotz ihres gleichen Nachnamens, sind sie weder verwandt noch verschwägert. Gilda, eine ORF-Journalistin (siehe: #webrom) ist nämlich eine Lovara-Romni aus Wien und Manuela, eine Sozialarbeiterin ist eine Burgenland-Romni (siehe: 4.Februar 1995) aus Oberwart in Burgenland. Dieses Gespräch ermöglicht anhand der aufgeworfenen Bezeichnungen, Themen und Fragen einen sehr guten Einstieg in die Thematik der Ausstellung und der Roma und Sinti allgemein.Schon die Gegenüberstellung der beiden Frauen zeigt, dass der Begriff „Roma“ nur eine Verallgemeinerung für sehr viele verschiedene Gruppen der Roma und Sinti darstellt.

Durch ein Filmscreening sollen als Einstieg ins Thema diese verschiedenen Gruppen (Lovara, Sinti, Burgenland-Roma, Jenische, Kalderas, Arlije, usw.) kennengelernt und auch verschiedene wichtige Begriffe geklärt werden.